Geflüchteten-Unterkunft Schimmelpfennigstraße: Nachrüstung von Richtfunk-Strecken

In der Unterkunft Schimmelpfennigstraße (Systemunterkunft Niederländischer Typ) gab es bisher nur zwei CPE210 auf dem Block „Pforte/Verwaltung“ und dann in jedem Wohnblock zwei bis drei 841er in den Wohnstuben angebunden per Wifi-Mesh.

Die vollverblechte Außenfassaden plus Wärmeschutzverglasung ließen schon wenig Signal durch, die Fensterrollos aus Alu-Strangguss sorgten nachts dann für fast vollständigen Signalabriss.

Trotz Spreizung auf zwei unterschiedliche Kanäle blieb die Clientperformance für die gesamte Unterkunft im Stundenmittel auch abends unter 5MBit/s, obwohl der DSL-Uplink in der Verwaltung eigentlich 16MBit/s (abzüglich etwa 10% Overhead) hergeben sollte.

Anfang Januar 2017 wurde eine der CPE210er gegen eine LitebeamAC  ausgetauscht. Auf einem Sat-Balkonständer in der Montageart „revers, ohne Reflektor“ (für den Betrieb mit 120° Abstrahlwinkel) und mit Stockfirmware als PTMP-Bridge konfiguiert.

Das gleiche Installationsschema ist in Unterkünften ähnlicher Bauart wie z.B. „zur Lindung“, „Meinestraße“ „Grünewaldstraße“ im Einsatz und erfolgreich erprobt.

Auf den Blöcken kam an jeden, bereits bauseitig vorhandenen Sat-Dachständer ein LiteBeamAC. Als Kabelweg wurde bestehende Kabeldurchführung der SAT-Hausanlage genutzt.

Im jeweiligen Heizungsverteilungsraum zwischen den Blöcken wurde das POE-Netzteil zur Speisung des LiteBeams und ein 841er unter Gluon als AP für die Clients installiert. (Wahl der Kanäle nun möglichst überlappungsfrei, damit sich die APs sich nicht „bei offenen Fenstern“ die Airtime stehlen. Die TX-Power wurde auf 17 reduziert, damit Clients nicht zufällig im vorbeigehen „im falschen Block“ online bleiben)

Geplant ist für die nächsten Wochen ist die Nachrüstung von je einem  Unifi-AClite pro Block, um auch 5GHz-Abdeckung und bessere Frequenznutzung zu ermöglichen.

Der Vorher-Nachher-Vergleich

 Freifunkversorgung   alt   neu 
Name  Schimmelpfennigstr. 
 Gebäude   6 
 Anschlussart   DSL16 
 Clients/Tag (max gleichzeitig)   105   47 
 Ø netto GB/Tag   58   92 
 Anzahl Gluon-AP-Router   8   12 
 Richtfunk-
Links 
 0   5 
 Freifunk seit   12-2015   01-2017 

Stand der Dinge November 2016

In diesem Monat wurde die Geflüchteten-Unterkunft „Itterstraße“ mit Freifunk versorgt. Verbaut wurden eine Menge an Hardware (Funkstrecken mit Litebeams M5 und lokale Versorgung mit 841er Routern).

Im Kulturzentrum/Projekt „zakk“ stehen jetzt fünf Freifunk-Router, die bei Veranstaltungen gern und gut genutzt werden.

Auch im Hintergrund haben fleißige Hände gewerkelt:

  • Sämtliche Backend-Systeme wurden angesichts der Sicherheitslücke „Dirty Cow“ (CVE-2016-5195) aktualisiert. Dabei wurde auch gleich auf Batman-Adv2016.3 umgestellt.
  • Dank einer Spende wurde ein weiterer Server in Betrieb genommen, der die Kapazität und die Bandbreite des Netzes vergrößert.
  • Der Karten-Server zeigt jetzt mehr Informationen sowie Bilder vom eingesetzten Router an.
  • Die Firmware Gluon 2016.2.1 befindet sich in der Erprobung.

Stand der Dinge Oktober 2016

In der Kleingartenanlage „Im Brühl“ waren ein paar Dinge zu reparieren:

  • Den Knoten in der Gaststätte nach einem Betreiberwechsel wieder in Betrieb nehmen
  • Ausgefallene Outdoor-Router wieder in Gang bringen bzw. austauschen
  • Aufbau zusätzlicher Outdoor-Router am Büro und in einer Laube im Süden.

Wie viele andere Freifunk-Communities hatten wir auch mit Problemen mit unserem GRE-Tunneln zu kämpfen. Unser Provider OVH hatte als Reaktion auf einen DDoS-Angriff die Bandbreite für GRE-Tunnel drastisch heruntergefahren, was auch den Betrieb unseres Netzes beeinträchtigt hat. Der Netzwerk-Traffic läuft nicht nur wieder wie gewohnt, sondern wir beobachten fast täglich Zuwachs.

Aktuell arbeiten wir daran, die Firmware 2016.2.x für das Rollout vorzubereiten.

Stand der Dinge im Juni 2016

Um Euch einen Einblick in unsere Aktionen zu verschaffen, haben wir hier die Aktivitäten in den letzten Wochen kurz zusammengefasst:

Geflüchteten-Unterkunft Meineckestraße

Die Routerstandort-Verwaltung wurde räumlich versetzt, um freie Sicht für eine Richtfunkstrecke zu haben.

Ein freundlicher Nachbar hat seinen Internet-Anschluss mit 150 MBit/s als Uplink zur Verfügung gestellt (vielen Dank dafür!). Der im Camp vorhandene und bislang verwendete DSL-Anschluss mit 16 MBit/s wird jetzt als Backup genutzt, wenn der neue Uplink ausfallen sollte.

Geflüchteten-Unterkunft Lindung

Hier wurden regelmäßig  Unzuverlässigkeiten bei der Internet-Versorgung gemeldet. Daraufhin wurde die Verkabelung verändert, die sich dann als zuverlässiger gezeigt hat.

Kleingartenverein im Brühl, Gerresheim

Wir haben hier den Datendurchsatz gesteigert, indem wir für den VPN-Tunnel jetzt l2tp anstelle von fastd verwenden.

Kiefernstraße
Wir haben ein paar Router wieder zum Leben erweckt, bei denen das automatische Update fehlgeschlagen ist. Zudem konnten wir drei neue Standorte mit Nodes versorgen.

Das war’s fürs Erste. Wir möchten Euch ab jetzt öfter an dieser Stelle über unsere Aktionen informieren. Stay tuned!

Und wenn es Euch beim Lesen in den Fingern juckt: Eure Hilfe ist jederzeit willkommen!

Wir suchen HeimwerkerInnen!

Freifunk ist eine Initiative, die sich selbstverwalteten Kommunikationsnetzwerken verschrieben hat. Ein solches freies Netz ist per Funk (WLAN) für alle zugänglich, wird nicht zensiert und ist nicht kommerziell. Das Netz gehört der Gemeinschaft und wird gemeinsam betrieben.

Freifunk ist ein ehrenamtliches Projekt. Wir bauen in ganz Deutschland dezentrale, unabhängige Kommunikationsnetze auf. Wir wollen die Technologie verstehen und lernen dabei stetig Neues. Mit einem wachsenden Netz gibt es stets neue Aufgaben und Bedarf an freiwilligen Helfenden, die sich diesen spannenden und vielfältigen Aufgaben stellen.

Wir vom Freifunk Düsseldorf-Flingern schließen städtische Geflüchteten-Unterkünfte in Eigenregie an unser Netz an, um jedem Menschen unabhängig von seiner Herkunft, seinem Einkommen und seiner Lebenssituation Zugang zu freier Kommunikation per Internettechnologie zu ermöglichen.

Viele Geflüchtete haben Mobiltelefone, aber keinen Datentarif. Über das Freifunk-Netz können sie sich über ihre neue Umgebung informieren, Kontakt zu ihren Angehörigen halten und sich über Neuigkeiten auf dem Laufenden halten.

In Düsseldorf haben wir vor etwa einem Jahr begonnen und sind derzeit in etwa 10 Gemeinschaftsunterkünften aktiv. Unser Ziel ist es, mehr Standorte zu erschließen und die bestehende Versorgung auszubauen.

Die Technik “als solche” ist bewährt und auch Sponsoren gibt es. Wir könnten schon morgen weitere Unterkünfte mit Internetzugängen versorgen – mit mehr helfenden Händen.

Deshalb sind wir auf deine Mithilfe angewiesen!

Wir suchen Leute, die mit uns die Geräte in den Unterkünften montieren und gegebenenfalls später defekte Netzteile tauschen oder auch Router umkonfigurieren.

Ob du ein alter Hase bist, dich erst ein wenig mit Technik auseinander gesetzt hast oder Freifunk auch gerade erst entdeckst: Die Vermittlung von Wissen ist eines unserer Projektziele. Wir machen so ziemlich alles, was man mit Computern, Computer-Netzen, Elektronik und Elektrotechnik tun kann: Netzbetrieb, Fehlersuche, Netzplanung und die Konfiguration von Routern, so wie die Elektroinstallation in und auf den Unterkünften gilt es zu bewältigen.

Wir freuen uns, wenn du uns bei dieser großen Aufgabe unterstützt.

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